Etwas verwirrt blickt unser Autor auf die musikalische Gegenwart. Volker Hagedorn war ein bisschen zu lange im 19. Jahrhundert, findet aber manches im frühen 21. um so intensiver, bizarrer und, last not least, vertrauter.

Es ist wunderbar, nicht auf dem Laufenden zu sein, oder fast nicht. Die letzte von mir besuchte Veranstaltung mit lebenden Musikern liegt fünf Wochen zurück, die Tageszeitung habe ich schon vor drei Monaten abbestellt, und online lese ich nur wenig über das, was sich gerade in der Musik tut –  ich war auf einer Großbaustelle im 19. Jahrhundert und komme als verwirrter Outsider zurück. Es ist interessant, wie das die Wahrnehmung verändert. Das Beste ist zweifellos, dass das Minimum live erlebter Musik enorme Bedeutung bekommen kann und sich eher mit der restlichen Welt, der Realität verbindet als mit einer Kette von Festivaleindrücken, wie man sie als Reisekritiker hinter sich herschleift. So ging mir das mit Salome in Salzburg.


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…lebt als Buchautor, Journalist und Musiker in Norddeutschland. Er studierte Viola in Hannover, war Feuilletonredakteur in Hannover und Leipzig und ist seit 1996 selbstständig als Autor u.a. für ZEIT und Deutschlandfunk. Im Rowohlt Verlag erschienen von ihm »Bachs Welt« (2016), »Der Klang von Paris« (2019) und »Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918« (2022). Ein viertes Buch ist in Arbeit.