Es ist wieder da, wo es hingehört. Lerchenauisch Glück also in Köln, der Autohölle mit Herz: Nach vierzehn Jahren wurde das Opernhaus am Offenbachplatz wiedereröffnet. Die Sanierung war eine rechte Ochstour. Geplant waren drei Jahre und nicht mal ein Drittel der Kosten, die dann tatsächlich entstanden. Inklusive der Aufwendungen für den Interimsbetrieb auf der anderen Rheinseite summiert sich das Unternehmen auf 1,5 Milliarden Euro. Gerade mal ein guter halber Tankrabatt-Zwo, könnte man jetzt abwiegeln, und der sei ja bei zweifelhaftem Nutzen flugs verbrannt, während man mit einem Opernhaus doch was hat, was Bleibendes. Dennoch untergraben derartige Kostenexplosionen natürlich auf Dauer die Legitimation solcher Bauprojekte. Zum einen war hier offenbar eine spezielle kölsche Dusseligkeit am Werk (erst wollte man neubauen statt sanieren, dann doch nicht, über die geeignete Bauherrenschaft war man sich nicht im Klaren, und Kabel wurden offenbar gern überall dort verlegt, wo sie nicht hingehören). Aber mit dem Finger auf das sich verhebende Köln zu zeigen, verbietet sich zumal für Hamburger Konzertsaalbauer, Berliner Flughafenschöpfer oder Stuttgarter Bahnhofserschaffer. Es ist offenkundig eine deutschlandweite Malaise. Was nun gerade kulturelle Bauprojekte hierzulande so teuer macht, hat kürzlich Ralph Bollmann in der Frankfurter Allgemeinen auseinanderklamüsert.


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… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com