Als Ingmar Bergman am 30. Juli 2007 starb, studierte ich gerade an der Universidad del Cine in Buenos Aires. Es war ein kalter Wintertag, über dem eine merkwürdige Stimmung hing: Am selben Tag verloren wir auch den Regisseur Michelangelo Antonioni. Ich stand mit einigen anderen Studenten draußen in der Kälte und dachte an den Ritter aus Bergmans Film Das siebente Siegel, Giuliana aus Antonionis Die rote Wüste, wie sie inmitten der Hochöfen und Maschinenhallen umherwandelte, und fragte mich: Wie würde das Jenseits aus der Sicht der beiden aussehen?Anders als Bergman lernte ich klassische Musik nicht schon in meiner Jugend kennen. Aber ähnlich wie er heiratete ich jemanden, der mir viel darüber erzählen konnte: Bergmans vierte Frau Käbi Laterei war eine erfolgreiche Konzertpianistin. Der estnische Komponist und Autor Jüri Reinvere war ein enger Freund der beiden. Neun Jahre nach Bergmans Tod, an einem heißen Septembertag in Berlin, treffen wir uns in seiner Wohnung in Schöneberg.
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