Warum nicht mal die Klassikkultur mit dem Fußball vergleichen? Weil das eine Kunst, das andere eine alles penetrierende Massendroge ist, vielleicht deshalb? Nicht so schnell: Beide Systeme kommen uns manchmal als ziemlich selbstreferenziell vor, auch wenn das eine immer mal wieder als Gegenthese zur kapitalisierten Massenkultur erklärt wird, während das andere einen globalen Wirtschaftszweig aus runder Luft erschaffen hat. Mancher Intendant blickt neidisch auf Identifikationspotenzial und Massenwirksamkeit des Fußballs. Dass der sich andersherum auch als Kultur begreifen darf, dazu hat , Redakteur und Chef vom Dienst bei 11Freunde, mit Freunden, die zu Kollegen wurden, einiges beigetragen. Das Oszillieren zwischen Nähe und amüsierter Distanz zum Ernst des Spiels, die Vogelperspektive auch auf das eigene Fansein, kamen manchem Fan von der Südtribüne verdächtig vor. Die 11Freunde, das Magazin für Fußballkultur, hat die Grenzen dessen, worüber es sich zu berichten lohnt, erweitert – und war damit immer auch mal wieder ein Beispiel für unser Magazin. Die gemeinsame Heimat Bielefeld mit dem Fixpunkt Arminia hat auch ihren Teil dazu beigetragen. Höchste Zeit für ein Gespräch, in dem es nicht um die Frage geht, was ein 4:3 im WM-Halbfinale mit Kunst zu tun haben könnte, ob der Rhythmus des FC Barcelona irgendwas mit Musik zu tun hat, sondern eher darum, wie man so skurrilerweise tickt, in diesen Systemen, oder, na gut, Kulturen.


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... ist Herausgeber von VAN. Er studierte Development Studies, Ethnologie und Asienwissenschaften in Berlin, Seoul, Edinburgh und London und arbeitete im Anschluss zehn Jahre als Berater in Projekten der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. 2014 gründete er mit Ingmar Bornholz den VAN Verlag, wo er auch als Geschäftsführer fungiert. hartmut@van-verlag.com