Mitte April fand Ilan Volkovs Tectonics Festival in Reykjavik statt, Anfang Mai in Glasgow. Jetzt hat das Format ein Gastspiel in Köln. Am Freitag, den 26. Mai spielen Musiker des Gürzenich-Orchesters mit Volkov im Britney am Offenbachplatz. Der Geiger und Dirigent Volkov hat mit dem Festival einen Seismographen entwickelt. Der spürt das Aufeinanderprallen verschiedener Musiktraditionen und –kulturen, kann aber auch erste Aufschlüsse darüber geben, wo es mit dem Orchester hingehen könnte. Jeffrey Arlo Brown war an ersten Ergebnissen interessiert und hat mit Volkov per Skype gesprochen.

VAN: Wenn Du die Städte für das Tectonics Festival aussuchst – Reykjavík, Glasgow, Oslo, Adelaide, Tel Aviv – ist dann deren Lage und ihre Umgebung von Bedeutung für Dich?
Der Name Tectonics ist in Island entstanden – weil es fast dort stattgefunden hat, wo die tektonischen Platten aufeinandertreffen. Das ist keine Stunde von Reykjavík entfernt. Der Name spielt auf das Zusammenstoßen von zwei oder mehreren verschiedenen Elementen an. In diesem Fall von Neuer Musik in ihren unterschiedlichsten Formen: Komposition, Improvisation, Elektronische Musik, Sound Art. Bei dem Festival geht es um die Kontraste und Gegensätze, die innerhalb eines Musikstückes auftauchen – oder im Programm selbst.

