Als Holger Noltze Ende Februar die Druckfahne seines Buches World Wide Wunderkammer (Edition Körber) Korrektur las, war die Pandemie kaum am Horizont erkennbar und ›das Digitale‹ für viele Kulturinstitutionen und Künstler:innen noch eher lästige Pflichtveranstaltung. Nachdem das analoge Kulturleben dann im Corona-Shutdown den Betrieb einstellen musste, wurde das Internet plötzlich für alle zum Ort der Selbstbehauptung. Noltzes Ausgangshypothese lautet: ›Wir haben das Internet noch nicht verstanden‹, – auch deshalb nicht, weil es von den ›Hütern der Hochkultur‹ zu oft eher als Verlängerung des Analogen denn als Ort und Medium eigenständiger ästhetischer Erfahrung betrachtet werde. Holger Noltze ist seit 2005 Professor für Musik und Medien an der TU Dortmund, wo er den Studiengang Musikjournalismus ins Leben rief. Ich erreiche ihn per Zoom im vorübergehenden bayerischen Exil. Zuhause in Köln muss erst der Wasserschaden trocknen.


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... ist Herausgeber von VAN. Er studierte Development Studies, Ethnologie und Asienwissenschaften in Berlin, Seoul, Edinburgh und an der London School of Economics und arbeitete im Anschluss zehn Jahre als Berater in Projekten der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. 2014 gründete er mit Ingmar Bornholz den VAN Verlag, wo er auch als Geschäftsführer fungiert. hartmut@van-verlag.com