Wir treffen Händl Klaus an einem späten Sonntagabend in einem katalanischen Restaurant in Kreuzberg. Er kommt per Taxi aus Charlottenburg, »ich schau mir Hèctors Zangezi an – und bin danach ein freies Vogerl« schreibt er per SMS. Hèctor Parras Oper läuft gerade an der Staatsoper im Schillertheater, zu dessen im letzten Jahr bei den Schwetzinger Festspielen uraufgeführter Oper Wilde hat Händl Klaus das Libretto beigesteuert. In Berlin ist er allerdings gerade, weil sein Film Kater im Panorama-Programm auf der Berlinale läuft. Der Film zeigt die Liebesbeziehung von zwei Männern, einem Orchesterdisponenten und einem Hornisten, und ein traumatisches Erlebnis, das ihre Beziehung ändert. Der Orchesteralltag ist eine der Kulissen des Films – Proben, Gespräche über Musik, Bühnenansichten, Konzerte –, Mitglieder des ORF Radio-Symphonieorchesters und Klangforums Wien gehören zur Cast. Vor zwei Tagen gewann Kater in der Kategorie Spielfilm den 30. Teddy Award, den ältesten queeren Filmpreis, einen der wichtigsten Preise der Berlinale und oft ein früher Karriereradar. Die ersten beiden Preisträger waren 1987 Pedro Almodóvar und Gus Van Sant. Beide kannte damals fast noch niemand.
Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.
Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv
VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.
