Gut acht Wochen nach dem weitgehenden Shutdown zur Eindämmung von SARS-CoV-2 treten wir in Deutschland in die zweite Phase der Epidemie ein: Angesichts rückläufiger Infektionszahlen werden Maßnahmen gelockert, das öffentliche Leben sukzessive wieder hochgefahren, wenn auch mit großen Einschränkungen. Während die Politik in den ersten Wochen des Shutdowns noch weitgehend mit einer Stimme gesprochen hat, bieten sich die Bundesländer nun einen »Lockerungs-Wettbewerb«, der zu einer unübersichtlichen Gemengelage hinsichtlich noch geltender bzw. aufgehobener Maßnahmen führt und eine sachliche Begründung für die eine oder andere Strategie mithin vermissen lässt. Ein internes Papier des Bundesinnenministeriums vom März hat die Strategie der zwei Phasen mit »Hammer and Dance« beschrieben und dargelegt, dass nach der Phase des »Holzhammers«, der Beschränkung aller sozialen Kontakte, nach wenigen Wochen die Phase des »Tanzens« beginne, in der die Einschränkungen weitgehend aufgehoben werden können und flexibel auf das weitere Ausbruchsgeschehen reagiert werden soll. Grundvoraussetzung hierfür ist der Dreischritt: Intensives Testen – Nachverfolgung von Kontakten – Isolierung von Infizierten.
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