Dreißig Jahre ist es her. Kurt Masur hatte 1996 nach einer Amtszeit von 26 Jahren den Posten des Gewandhauskapellmeisters geräumt, ohne designierten Nachfolger, entnervt von Spardebatten. 21 Millionen Mark – heute gut 18 Millionen Euro – sollten alle Leipziger Musentempel sparen, so hatte es der Oberbürgermeister verordnet. Hinrich Lehmann-Grube, SPD-»Wessi«, war Rathauschef seit 1990. Als an der Oper Leipzig Spruchbänder flatterten zur Rettung der »Musikalischen Komödie«, des beliebten Operettenhauses, das zur Disposition stand, ließ er sie entfernen. Und als im Magazin des Gewandhauses, einer Einrichtung der Stadt, die Kulturpolitik des Oberbürgermeisters und sein Stil kritisiert wurden, verbat er sich das per Rundschreiben. »Wertende Beurteilungen« über die Stadtverwaltung gehörten da so wenig hinein wie ins Amtsblatt.


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…lebt als Buchautor, Journalist und Musiker in Norddeutschland. Er studierte Viola in Hannover, war Feuilletonredakteur in Hannover und Leipzig und ist seit 1996 selbstständig als Autor u.a. für ZEIT und Deutschlandfunk. Im Rowohlt Verlag erschienen von ihm »Bachs Welt« (2016), »Der Klang von Paris« (2019) und »Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918« (2022). Ein viertes Buch ist in Arbeit.