Am Abend bevor Alexej Nawalny in Berlin in ein Flugzeug nach Moskau stieg, wo er unmittelbar nach der Ankunft verhaftet wurde, dirigierte Valery Gergiev im Münchner Gasteig Brahms’ Doppelkonzert und 3. Sinfonie. Als das Konzert der Münchner Philharmoniker am vorigen Samstag gestreamt wurde, gingen zur selben Zeit in 125 russischen Städten Hunderttausende auf die Straßen, um gegen die Inhaftierung Nawalnys zu protestieren. Es waren die größten regimekritischen Demonstrationen seit Jahren. Auch bekannte Künstler:innen bekundeten öffentlich ihre Solidarität mit den Protestierenden und forderten eine Freilassung Nawalnys. Ihm sei klar, dass er dadurch viel verlieren könne, so der Sänger Noize MC in einer Videobotschaft. »Mir wird oft gesagt: ›Denk an deine Kinder.‹ Und an die denke ich tatsächlich. Denn ich möchte nicht, dass sie in einem Land leben, in dem eine Person wegen ihrer politischen Opposition ermordet oder ins Gefängnis gesteckt wird.« Die Schauspielerin Chulpan Khamatova, die Putin bei der Wahl 2012 noch unterstützt hatte (und dafür unter anderem von Nawalny scharf kritisiert wurde), überblendete ihr Profilbild auf Facebook mit dem Logo des Nawalny-Teams.
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