Fast wie Hugo Wolf sieht er aus mit Bart und dringendem Blick, wie er so über die Probebühne rast, singend, flüsternd, brüllend: Georg Nigl als Orest. Der 76-jährige Regisseur Hans Neuenfels kann den Extrembariton kaum zähmen, spannender kann keine Probe sein – und in den Pausen treffen sich die beiden zum Rauchen. Im Opernhaus Zürich hat am 26. Februar Manfred Trojahns Oper Orest unter der Leitung von Erik Nielsen Premiere, drei Wochen zuvor hat sich Volker Hagedorn nach der Probe mit Georg Nigl unterhalten. 1972 in Wien geboren, stand Nigl mit neun Jahren erstmals als Sängerknabe auf der Opernbühne. Mittlerweile gilt er als Spezialist für Männer am Rande des Abgrunds, von Monteverdis Orfeo bis zu Rihms Jakob Lenz. Beide Rollen ließen den Hochschulabbrecher 2015 zum »Sänger des Jahres« werden. Nigl arbeitet häufig mit zeitgenössischen Komponisten wie Wolfgang Rihm und Pascal Dusapin zusammen. Jenseits der Oper ist er auch als Liedsänger unterwegs – jüngst gestaltete er ein Schubertprogramm mit Andreas Staier am Fortepiano in der Londoner Wigmore Hall.


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…lebt als Buchautor, Journalist und Musiker in Norddeutschland. Er studierte Viola in Hannover, war Feuilletonredakteur in Hannover und Leipzig und ist seit 1996 selbstständig als Autor u.a. für ZEIT und Deutschlandfunk. Im Rowohlt Verlag erschienen von ihm »Bachs Welt« (2016), »Der Klang von Paris« (2019) und »Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918« (2022). Ein viertes Buch ist in Arbeit.