Wir erinnern an den Dirigenten Gabriel Feltz, der am Freitag mit 54 Jahren in einem Essener Krankenhaus gestorben ist. Erst im Januar hatte Feltz, seit 2017 Chefdirigent der Belgrader Philharmoniker, in einem VAN-Gastbeitrag dafür plädiert, angesichts der Proteste gegen die serbische Regierung neu auf das Land zuzugehen. Bereits 2016 sprach Volker Hagedorn mit dem damals noch in Dortmund tätigen Generalmusikdirektor über Wolfgang Rihms Hamletmaschine, den Musikbetrieb und die Ochsentour eines gelernten DDR-Bürgers. Im November letzten Jahres schilderte Feltz in VAN, wie er 1989 den Mauerfall in Ost-Berlin erlebte – und wie er heute auf den 9. November schaut: »Uns fehlt jetzt beinahe komplett ein Aufbruchsgeist wie in den damaligen Tagen. Sehr aggressive und schrill geführte politische Auseinandersetzungen sind mittlerweile an der Tagesordnung. Ich kann nur für mich sprechen: Ich versuche, immer motiviert, dialogbereit, begeisterungsfähig und kommunikativ innerhalb unserer Gesellschaft zu arbeiten und mich zu bewegen. Das gelingt mal mehr, mal weniger, aber es steht in dem Bewusstsein, dass ich für mein Leben sehr, sehr dankbar bin.« ¶
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