
VAN: Wieso haben Sie dieses Stück ausgewählt?
Francesco Piemontesi: Erstens kenne ich es gut, habe es oft gespielt und schließlich auch aufgenommen. Außerdem mag ich es sehr gerne, innerhalb des Zyklus ist es einer meiner Lieblingsmomente. Vor allem ist es aber ein Stück, das eine große Uneindeutigkeit durchzieht. Bis auf ein paar Takte basiert seine Struktur auf einer Ganztonleiter, die alles frei und offenlässt. Es gibt keine funktionalen Abhängigkeiten. Gerade deswegen ist es spannend zu hören, was verschiedene Interpreten mit dieser Freiheit machen. Debussy schreibt ›dans un rythme sans rigueur et caressant‹, zärtlich und ohne Strenge. Jeder muss da seine eigenen Lösungen finden. Es ist eine Studie über Freiheit, über Strenge und Farben.
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