Das Küstengebiet Mata Atlântica ist für brasilianische Verhältnisse eher klein, ein Prozent der Landesfläche macht es aus (und ist damit immer noch so groß wie Sachsen und Bayern zusammen). In diesem »Atlantischen Regenwald« wächst der Nationalbaum Brasiliens, der Pau Brasil. Trotz seiner symbolischen Bedeutung ist dieser Baum eine Seltenheit geworden; er steht mehr oder weniger kurz vor dem Aussterben. Dieses Schicksal eint ihn mit einer Vielzahl anderer Lebewesen dieses Planeten. Seine Seltenheit ist einer seit Jahrhunderten andauernden Ausbeutung zu verdanken, auch das verbindet ihn mit vielen anderen Arten.
Die meisten Arten verschwinden, ohne dass groß Notiz davon genommen wird, ohne dass es einen Aufschrei gibt. Ich wage zu hoffen, dass das Schicksal des Pau Brasil ein anderes sein wird – dass mit der existentiellen Bedrohung dieser einen Art ein Bewusstseinswandel einsetzt, der auch den Erhalt anderer Arten zum Thema werden lässt. In diesem Fall ist nämlich eine Branche involviert, die sich sonst gern als losgelöst von allen Umweltproblemen sieht: die der klassischen Musik.

