Wie im Märchen von den sieben Zwergen hinter den sieben Bergen wurde das historische Opernhaus Unter den Linden sieben Jahre lang fleißig saniert, restauriert, optimiert, modernisiert, neu gepolstert, digitalisiert und jetzt ist es endlich (fast) fertig. Für eine knappe Woche öffnet die Oper am Tag der deutschen Einheit feierlich ihre Pforten, bevor sie dann bis Dezember für letzte Instandsetzungsarbeiten wieder verschlossen sind.

Es ist alles neu, aber gefühlt hat sich nichts geändert in der Staatsoper. Es sieht aus wie immer, es ist nur einen Tick funkelnder und bestimmt sauberer. Die Akustik ist wohl schärfer, klarer, aber heute, am 3. Oktober 2017, scheint mir alles ambivalent, denn nicht zu trennen ist das eine Gedöns vom Anderen: Staats- und Festaktsprotokoll, Steuergeld-Beklatschung (Bund und Land), Steinmeister-Beklatschung, immer wieder Flimm-Beklatschung und Barenboim-Verherrlichung mit Standing Ovations und zu guter Letzt dann noch eine Huldigung des Nationaldichters mit Robert Schumanns nebulösen Szenen aus Goethes Faust als szenischem Spektakel.

