In einem Jahr, zum Wintersemester 2026/27, startet in Cottbus ein duales Instrumental- und Gesangspädagogikstudium – ein Schritt, um dem Fachkräftemangel an Musikschulen und damit der Gefährdung der musischen Bildung von Kindern und Jugendlichen zu begegnen. 

Der neue Bachelorstudiengang umfasst acht Semester, in denen die Studierenden an der BTU Cottbus künstlerischen Unterricht in Haupt- und Nebeninstrument oder im Gesang erhalten, in Ensembles mitwirken und die grundle­genden theoretischen Lehrveranstaltungen besuchen. Dabei stehen als Studienrichtungen Klassik, Jazz/Rock/Pop oder Elementare Musikpädagogik zur Wahl. Parallel dazu werden über alle acht Semester hinweg in der Musikschule praxisorientierte Studieninhalte wie Übepraxis, Hospitationen, Ensem­blemusik, Administration und Organisation, Lehrpraxis, Gruppen- und Ensembleleitung erlernt. Für diesen Praxisteil ist über die gesamte Studiendauer ein fester Tag in der Woche vorgesehen. »Das Curriculum legt im Rahmen der Modulbeschreibungen detailliert fest, dass die Aufgaben sich im Verlauf des Studiums von eher beobachtenden Hospitationen in den ersten beiden Jahren zu eigenverantwortlichen Lehrtätigkeiten in der zweiten Studienhälfte entwickeln«, erklärt Studiengangsleiter Gregor Fuhrmann auf VAN Nachfrage. Jeder und jedem dual Studierenden werden Betreuer:innen auf beiden Seiten von Universität und Praxispartner zur Seite gestellt, die den Bildungsprozess begleiten. 

Die Studierenden sollen so vor allem für eine Tätigkeit an Musikschulen qualifiziert werden, können aber ebenso in freien Musikprojekten, in der kulturellen Bildung oder als selbstständige Instrumental- und Gesangspädagoginnen und -pädagogen arbeiten.

ANZEIGE

Über alle vier Studienjahre hinweg erhalten die Studierenden ein monatliches Studienentgelt nach Studienrichtlinie TVöD-V in Höhe von 1.400 Euro, erklärte die BTU auf Nachfrage, die Stadtverwaltung übernimmt außerdem die Semestergebühren und legt noch einmalig 500 Euro Büchergeld obendrauf. So soll sichergestellt werden, dass die Studierenden finanziell abgesichert sind. Nach dem absolvierten Studium besteht eine fünfjährige Bindungsfrist mit Rückzahlungsklausel.

Der neue Studiengang startet in der Pilotphase zunächst mit zwei Plätzen pro Jahr. Studiengangsleiter Fuhrmann hofft aber, dass es dabei nicht bleibt: »Unser Ziel ist es, mit dem neuen Studienmodell gemeinsam eine kleine Erfolgsgeschichte zu schreiben und über die Stadtgrenzen hinaus zahlreiche Musikschulen der Region für weitere Kooperationen zu gewinnen.« Und auch Tobias Schick, Oberbürgermeister der Stadt Cottbus, würde gerne in naher Zukunft auf noch mehr neue Fachkräfte für die musikalische Bildung setzen können: »Wir hoffen, dass weitere Kommunen in der Lausitz diesen neuen Weg beschreiten, um das Lehrpersonal der Zukunft zeitig an ihre Musikschulen zu binden.« ¶

... machte in Köln eine Ausbildung zur Tontechnikerin und arbeitete unter anderem für WDR3 und die Sendung mit der Maus. Nach einem Schulmusik- und Geschichtsstudium in Berlin und Bukarest gibt sie Seminare in Musikwissenschaft und Musikjournalismus und ist Redakteurin bei VAN. merle@van-verlag.com