»Mit diesem Projekt bringen wir den RBB in eine neue Zeit – wir wandeln uns als Ganzes zum Digitalen Medienhaus – und dieser Neubau schafft die räumlichen und technischen Voraussetzungen dafür«, verkündete Patricia Schlesinger, damals noch RBB-Intendantin, auf der Rundfunkratssitzung vom 27. August 2020 zum geplanten Neubau eines Digitalen Medienhauses (DMH). Was danach kam, ist bekannt: Nach Vorwürfen der mutmaßlichen Vetternwirtschaft, der Verstöße gegen Compliance-Regeln und der Verschwendung öffentlicher Gelder, die zunächst das Onlinemagazin ›Business Insider‹ veröffentlicht hatte, wurde die Intendantin im August 2022 fristlos entlassen.
Bereits am 18. Juli 2022 hatte die Geschäftsleitung des Senders den Bau des DMH vorläufig gestoppt, nachdem mögliche Interessenkonflikte und Verstöße gegen das Vergaberecht bekannt geworden waren. Die Kosten für das Vorhaben waren im April 2018 ursprünglich auf 63 Millionen Euro taxiert worden, hatten sich allerdings bis 2022 auf 311 Millionen Euro verfünffacht. Anfang Dezember 2022 wurde das Digitale Medienhaus auf Vorschlag von Interimsintendantin Katrin Vernau endgültig beerdigt. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

