Der Regisseur ist unter einem Flügel aufgewachsen. Nun erhebt er sich für VAN über alle elitären Eitelkeiten. Vor einem Jahr lief sein Film Kreuzweg im Wettbewerb der Berlinale und gewann prompt einen Silbernen Bären. Im Moment befindet er sich beim Schneiden seines neuen Films, einer Komödie, es geht um Neonazis und es ist nicht die Verfilmung von Er ist wieder da.
Boreades de Montreal: Across the Universe (Beatles)
Vom Schriftsteller Egon Friedell kann man irgendwo recht unvermittelt ein Plädoyer fürs Publikum und seinen Geschmack lesen. Also gegen den Hang des besser gestellten Intellektuellen, das Eingängige allein schon aufgrund seiner Eingängigkeit als minderwertig abzutun, da es sich, so Friedells Argumentation, auf lange Sicht doch meistens als das Haltbarere erwiesen hat. Ich schließe mich an und will in dieser Liste einige Lanzen brechen für den Gassenhauer, den Schmachtfetzen, den Ohrwurm und die schöne Melodie. Letztere zu schreiben ist nämlich unerhört schwierig, im Grunde sogar unmöglich. Man kann es sich nicht vornehmen, es muss einem geschenkt werden, und wenn man es herbei zwingen will, kommt banales Gedudel heraus, von dem die Welt leider voll ist. Across the Universe ist keines der bekanntesten, aber eins der schönsten Beatles-Lieder, und dass es in dieser seltsamen Barockversion nicht in sich zusammenfällt, sondern noch an Innigkeit gewinnt, spricht sowohl für den Song als auch für dieses kanadische Alte-Musik-Ensemble, das sich eigentlich nur mal einen Spaß erlauben wollte und mittlerweile drei Beatles-Platten eingespielt hat.

