Die Ordnung der Musikwelt folgt klaren Regeln: Beim Neue-Musik-Konzert gibt es verklausuliert vertonte Philosophie, in der Kinderkonzertreihe »Klassik zum Mitmachen«, im Kammerkonzert Schubert für’s Herz und beim innovativ-interdisziplinären Szenefestival vertanzten Poststrukturalismus. Wenn Corona es nicht gerade verbietet, werden im Konzertleben auf beruhigend verlässliche Weise die eigenen Erwartungshaltungen befriedigt. Das Berliner Ensemble DieOrdnungDerDinge macht da nicht mit. Seit 2010 picken sich Vera Kardos, Iñigo Giner Miranda, Cathrin Romeis und Meriel Price aus allen Genres und Disziplinen die schönsten Objekte und Ausdrucksformen heraus und setzen sie zu neuen Formaten zusammen. Meistens sind es Konzerte, denn sie sind trotz allem – so gestehen sie in ihrem Manifest – »klassische Herzen« geblieben, die Konzerte für eine wunderschöne, schützenswerte Form des gemeinsamen Musikerlebens halten. Nur was genau Musik meint, wollen sie sich nicht vorschreiben lassen. Und so verschränken sie virtuos Licht mit Klang, Bewegungstheater mit philosophischen Texten und Performance mit Objektkunst. Mit ihren Produktionen ziehen sie Kinder wie hochkarätige Klassikjurys, Theatermacher:innen wie Passant:innen im öffentlichen Raum in ihren Bann.
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