Ich treffe Danae Dörken an einem schwülen Junitag in einem Café am Potsdamer Platz. Das reinigende Gewitter ist lange überfällig und eine müde überdrehte Stimmung liegt über der Stadt. Dörken kommt, dem Wetter angemessen, in Sneakern und luftig weißem Sommerkleid. Bevor es losgeht, holt sie sich von drinnen eine opulente Obst-Sahnetorte. Dörken, in Wuppertal aufgewachsen, ist vor einigen Monaten Mutter geworden und mit Freund und Sohn von Schöneberg nach Königs Wusterhausen, jenseits der Stadtgrenze, gezogen. »Ich wusste nicht, wie es werden würde mit Kind, ob ich vielleicht nur nachts würde üben können. Deshalb lieber ein Haus ohne Nachbarn, dafür aber mit Garten.« Oft sind sie ohnehin nicht zu Hause, in diesem Jahr bisher vielleicht zwanzig Tage, schätzt sie. Dörken ist als Solistin und Kammermusikpartnerin gut gebucht, daneben hat sie viel zu tun als Gründerin und Künstlerische Leiterin des Molyvos International Music Festival auf der griechischen Insel Lesbos, wo sie als Kind ihre Ferien verbrachte, im Sommerhaus der Familie.
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