Clara Schumann ist schon lange keine Unbekannte mehr (wenn sie es denn je war). Trotzdem werden ihre Werke erstaunlich selten gespielt. Lange habe ich das nicht in Frage gestellt, ich hatte verinnerlicht, was viele Entscheider:innen mich glauben lassen wollten: dass Clara Schumanns Werke einfach nicht so gut seien. Als ich aber anfing, ihre Stücke unvoreingenommen zu hören und zu studieren, wurde mir schnell klar, dass sie von erstaunlichen und innovativen tonalen Beziehungen, zusammenhangstiftenden Themen, ausgefuchsten motivischen Entwicklungen und zukunftsweisenden Strukturen wimmeln. Je mehr ich mich mit ihrer Musik beschäftige, desto peinlicher und ignoranter finde ich es, wie ihre Kompositionen pauschal als zweitklassig abgetan werden – und das in einer Kunstsparte, die sich gerne selbst als gleichermaßen intellektuell wie geschmackvoll darstellt.
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