Das Konzert für Violine und Orchester von Alban Berg gilt als tiefgründig, großartig, grundtraurig, meisterhaft – und dafür, dass es von Alban »Publikumsgift« Berg stammt, wird es sogar erstaunlich häufig gespielt. Und noch häufiger aufgenommen. Will man »groß« sein, muss man auch (auf) »groß« machen und als geigende Person unbedingt irgendwann – no matter what – das Bergsche Violinkonzert einspielen. Doch was zeichnet dieses Werk eigentlich »im Innern« aus? Und wie unterschiedlich wird dieses berühmte Berg-Stück interpretiert?
Das Violinkonzert von Alban Berg ist kein Karnevalsstück. Der Untertitel »Dem Andenken eines Engels« verweist auf Bergs Widmung des Werkes, die der 18-jährig an den Folgen von Kinderlähmung verstorbenen Manon Gropius galt. Manon war Alma Mahler-Werfels Tochter aus der Ehe mit dem Architekten Walter Gropius – und Mahler-Werfel wiederum eine bedeutende Freundin und Förderin Alban Bergs. So unterstützte sie den Druck der Partitur zur Oper Wozzeck (Uraufführung 1925).

