Seien wir mal ehrlich. Richard Strauss ist gepimpter Richard Wagner. Und Sergei Rachmaninows Werke irgendwie ein »Frédéric Chopin 2.0«. Klingt schlimm, ist aber so. Und gar nicht böse gemeint! Strauss plusterte die Tonsprache der Musikdramen Wagners, die Leitmotivtechnik übernehmend, auf – und machte das Ganze für das Orchester noch vertrackter, derweil die Sänger*innen ähnliche Schwierigkeiten zu bewältigen haben: Sie müssen schreien, wie bei Wagner. Rachmaninow fügte dagegen kleine – gerne chromatische, also engschrittige – Mittelstimmen in den Klaviersatz ein und verdoppelte Bässe und Akkorde (bis er dann und wann vier Notensysteme dafür brauchte); vielleicht auch, um nicht »Salonkomponist« genannt zu werden. Dabei ist eh alles vollgriffiger und noch krasser gegen die Wand geklatscht komponiert als bei seinem polnisch-französischen Kollegen. Also irgendwie schön polnisch-russisch: Pathos! Unglück! Freude am Verzweifeln.


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... ist Konzertveranstalter, Moderator, Komponist und Pianist. Er gestaltet innovative Konzertformate, arbeitet als Musik-Satiriker, schreibt Stücke für Solist:innen und Ensembles und Texte für VAN, die Wiener Philharmoniker, die New York Philharmonics und die Bamberger Symphoniker. 2019 war er als Schauspieler an der Volksbühne zu erleben.