Unser brummiger Brahms liebte Bad Ischl. Viele Sommerwochen verbrachte er in dem hübschen Nest östlich von Salzburg, umringt von Feuerkogel (1469 Meter) und Katrin (1542 Meter) – sowie gegen Ende der 1880er Jahre immer häufiger von englischen Touristinnen und Touristen; Brahms war ein Prominenter und reagierte auf Autogrammwünsche durchaus einmal mit hörbarem Augenrollen.
Der Wiener Satiriker Daniel Spitzer berichtete im August 1889 in der »Neuen Freien Presse« aus Bad Ischl: »Geht man gegen zwei Uhr nachmittags in das Café Walter, so sieht man an einem Tische im Freien, Kaffee trinkend und Zigaretten rauchend: Johannes Brahms. Brahms, der sich diesmal entschlossen hat, einen Sommer ausschließlich in Ischl zuzubringen. Er ist in größerer Gesellschaft sehr wortkarg und brummt nur zeitweilig eine ironische Bemerkung; im intimen Kreise aber nimmt er lebhaft an der Unterhaltung teil.«

