Ein Orchester kann etwas von einem Pendel haben. Jemand schlägt mit ihm eine bestimmte Richtung ein – mit zeitgenössischem, progressivem Repertoire zum Beispiel – , aber irgendwann kehrt es dann doch wieder zurück zu den Publikumslieblingen. Diese Dynamik lässt sich beobachten, wann immer ein experimentierfreudiger künstlerischer Leiter von Bord geht. In Berlin zum Beispiel entwickelten die Philharmoniker unter Simon Rattles Leitung eine Expertise für Neue Musik. Kirill Petrenko kehrt nun in seiner ersten Saison zu den Kassenschlagern zurück. In New York feierte Alan Gilbert mit Stücken wie György Ligetis Oper Le Grand Macabre Erfolge. Auf ihn folgte Jaap van Zweden, dessen Reputation sich vor allem aus Repertoire wie Wagner speist (obwohl es vielversprechende Annäherungsversuche zwischen van Zweden und Neuer Musik gibt).
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