Heute, am 6. Juli, wird die kubanische Singer-Songwriterin Marta Valdés 88 Jahre alt. Wir gratulieren herzlich – und verlassen dafür geradewegs den »Pfad der Tugend«, sprich: die E-Musik-Filterbubble. Denn Marta Valdés ist keine Angehörige dieser »Szene«, sie schreibt keine zeitgenössische E-Musik, keine Avantgarde, auch keine Neoklassik oder Neoromantik. Sie macht von diversen lateinamerikanischen Tänzen, Motivschleifen, Melodieeigenheiten und Timbre-Schattierungen geprägtes Singer-Songwriting. Und das nicht erst seit gestern.
Geboren wurde Valdés in Havanna. Im Jahr 1934 wuchs Kuba an seinen touristisch attraktiven Orten gewissermaßen Tag für Tag. Immer mehr Reisende aus den USA und Kanada besuchten die Karibikinsel – und so stellte sich die Baupolitik des Landes darauf ein und ließ zahlreiche Hotelanlagen, Kasinos, Nachtklubs und andere Etablissements hochziehen. In diese Phase der kapitalistisch motivierten »Öffnung« fällt also die Geburt von Marta Emilia Valdés González.

