Zur Welt kam Henriette Gabrielle Marie Sophie Renié am 18. September 1875 in Paris. Ihr Vater war künstlerisch tätig, sang, malte und finanzierte den frühen Klavierunterricht seiner Tochter gewiss gerne; möglicherweise sogar mit der Hoffnung verbunden, dass Henriette berühmt – berühmter als er – werden könnte. In diesen Jahren kam auch Unterricht an der Harfe hinzu; vielleicht, weil sich die Möglichkeit auftat, beim mit Abstand berühmtesten Harfenlehrer dieser Zeit überhaupt zu studieren: beim Belgier Alphonse Hasselmans (1845–1912), der mit seinen vielen Konzertetüden für Harfe jeder Interpretin, jedem Interpreten dieses komplexen Instruments (mit ebenso komplexer Bau- und Entwicklungsgeschichte) weltweit bekannt ist; außerhalb dieser »Szene« aber eher nicht. Damit ist Hasselmans – liebevoll zupft einem Patrick Süskinds Ein-Mann-Stück-Bestseller Der Kontrabass (1981) am Ärmel – gewissermaßen »der Domenico Dragonetti (1763–1846) der Harfenwelt«.
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