Das kurioseste Souvenir ist Helmuth Rilling mit Wackelkopf. Vielleicht fünfzehn Zentimeter hoch, steht der berühmte Chordirigent – er starb im Februar 2026 mit 92 Jahren – auf einem grauen Sockel, im Frack, in der erhobenen Rechten den Taktstock, mit der Linken lässig eine Zigarre haltend. »Stoßen Sie mal die Vitrine ein bisschen an«, sagt Jörg Hansen, Direktor des Bachhauses Eisenach. Tatsächlich, das Haupt des Künstlers, recht fein nachgebildet, wackelt. Der »bobblehead« ist ein sehr amerikanisches Souvenir, 2007 beim Oregon Bach Festival im Angebot, jenem Festival, das Rilling 1970 selbst gründete. »Die Zigarre war abgebrochen, wir haben sie von einem Modellbauer in Eisenach ergänzen lassen«, meint Hansen fröhlich. Der 58-Jährige mag solche Sachen, liebt Recherchen und die Jagd nach entlegenen Exponaten, die bei diesem Thema besonders ergiebig ist: Phänomen Bachfest heißt die neue Schau.


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…lebt als Buchautor, Journalist und Musiker in Norddeutschland. Er studierte Viola in Hannover, war Feuilletonredakteur in Hannover und Leipzig und ist seit 1996 selbstständig als Autor u.a. für ZEIT und Deutschlandfunk. Im Rowohlt Verlag erschienen von ihm »Bachs Welt« (2016), »Der Klang von Paris« (2019) und »Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918« (2022). Ein viertes Buch ist in Arbeit.