So still und heimlich, wie François-Xavier Roth vor einem Jahr von den Spielplänen verschwand, kehrt er jetzt dorthin zurück. Am Wochenende dirigiert er die Berliner Philharmoniker beim Musikfest, nächste Woche folgt dann die Saisoneröffnung beim SWR Symphonieorchester. Es sind Roths erste Konzerte nach Bekanntwerden der Belästigungsvorwürfe im Mai 2024, die ihn bei vielen Orchestern quasi über Nacht zur Persona non grata gemacht hatten. Im französischen Satiremagazin ›Le Canard enchaîné‹ warfen damals sieben Musiker:innen Roth Belästigung in Form von sexualisierten Nachrichten vor, unter anderem das Versenden sogenannter »Penisbilder«. Der Dirigent räumte daraufhin ein, »in der Vergangenheit unangemessene Textnachrichten an Musiker:innen gesendet zu haben« und kündigte an, bis auf Weiteres nicht mehr dirigieren zu wollen, um »in aller Ruhe die Durchführung der Untersuchungen [meines Verhaltens] zu ermöglichen«. Zugleich entschuldigte er sich »bei allen, die ich verletzt haben könnte.« Ob die Betroffenen seine Entschuldigung annahmen, ist nicht bekannt.


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... ist Herausgeber von VAN. Er studierte Development Studies, Ethnologie und Asienwissenschaften in Berlin, Seoul, Edinburgh und an der London School of Economics und arbeitete im Anschluss zehn Jahre als Berater in Projekten der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. 2014 gründete er mit Ingmar Bornholz den VAN Verlag, wo er auch als Geschäftsführer fungiert. hartmut@van-verlag.com