Er blieb bis zu seinem letzten Lebenstag im vierundneunzigsten Jahr wach und gegenwärtig. Bis vorgestern stand Alfred Brendel im Diskurs mit Freunden und Kollegen, als Künstler und als Zeitgenosse, vermittelt über den allmorgendlichen Mailverkehr mit Caro, der »Zeitungsbotin«. Dieser Pianist war, obwohl er sich längst aus dem Konzertleben zurückgezogen hatte, stets präsent, wann immer es etwas zu wissen oder zu lästern oder zu besprechen gab, um die Sache der Musik, aber auch um die der anderen schönen Künste. Man hatte sich fast daran gewöhnt, ihn für unsterblich zu halten. Was für ein reiches, erfülltes und vielgestaltig kreatives Leben dieser große Musikkenner und -könner geführt hat, bis zu seinem letzten Atemzug! Wie sollten wir, sein Publikum, da nicht glücklich und dankbar sein? Jetzt fehlt er. Erwartbar zwar, aber endgültig. 


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… lernte Geige und Klavier, studierte Musik-, Literatur- und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin, promovierte über frühe Beethoven-Rezeption. Von 1994 bis 1997 Musikredakteurin der Zeit, von 1997 bis 2018 bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seither wieder freelance unterwegs. Seit 2011 ist Büning Vorsitzende der Jury des Preises der deutschen Schallplattenkritik.