Man kann schon neidisch werden, wenn man sich ein paar Tage in Wien aufhält. Dem Musik- und Theatermenschen, überhaupt dem Kultur-Junkie bietet die Stadt seit jeher eine süchtig machende Dichte von Ereignissen und eine Lebensart, die Kultur nicht als Dekor, sondern als ihre eigentliche Identität begreift. Gerade jetzt aber, auf dem vorläufigen Tiefpunkt der deutschen Theater-Weltuntergangsstimmung mit ihren Kürzungsorgien und Pleite-Szenarien, fühlt man sich in Wien wie auf einer Insel der Seligen. In der Stadt an der schönen blauen Donau, die sich bereits emsig zum großen Johann-Strauß-Jubiläum im kommenden Jahr wappnet, purzeln nicht nur die Premieren in Serie und die Häuser sind stets ausverkauft. In Wien wird jetzt sogar ein nagelneues Opernhaus eingeweiht. Die Wiener Staatsoper hat sich an prominenter Stelle am Karlsplatz, genau gegenüber vom Haupteingang des ehrwürdigen Musikvereins, eine neue Spielstätte gegönnt, die »Neue Staatsoper im Künstlerhaus«, kurz NEST genannt – als Akronym aus NEue STaatsoper.


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… studierte Gesang und Klavier, Germanistik und Philosophie. Sie arbeitete u.a. als Sängerin und Pianistin, Dramaturgin, Regieassistentin und Pressesprecherin. Seit 2003 freie Journalistin und Autorin.