Ich bin als kleiner Junge, vielleicht mit fünf, regelmäßig in Gottesdienste gegangen, wo viel musiziert wurde. Meine Eltern schickten mich außerdem zur »musikalischen Ertüchtigung« in den Flötenkreis; ich erinnere mich, wie ich mit meiner Flötentasche im Dunkeln nach Hause kam, und wie ich in große Notenhefte mit überdimensionalen Linien hineingemalt habe.
Mit neun hatte ich ein Schlüsselerlebnis, als ich in der Gemeinde ein Konzert von einem Pianisten gehört habe, der die Chopin-Préludes spielte. Ich habe dann zu meiner Mutter gesagt: »Ich möchte gerne Klavier spielen«, worauf sie nur meinte »Wir haben aber kein Klavier.« Meine Großtante hat uns dann ein gebrauchtes geschenkt. Unterricht bekam ich an der städtischen Musikschule – von eben jenem Pianisten, den ich zuvor im Chopin-Konzert gesehen hatte.

