Manchmal ist man einfach im Fluss. Durchnässt von Ideen. Manchmal läuft es. Man ist gefragt, bekommt Aufträge – und weiß: »Das wird viel, aber ich schaffe das. Irgendetwas trägt mich. Alles klappt, was ich gerade mache. Und selbst, wenn ich es nur nebenbei erledige. Einfach machen. Und sich dann positiv überraschen lassen.« – So erging es offensichtlich George Gershwin 1924. Er hatte richtig viel zu tun. Aber sogar ein »Nebenprodukt«, das gleichzeitig super wichtigen amerikanischen Musikpostulaten folgen sollte, wird gefeiert – und: zum Hit.
Vor fast genau 100 Jahren – am 12. Februar 1924 – wurde George Gershwins Rhapsody in Blue in New York uraufgeführt. Das bekannteste Stück »jazziger Klassik« überhaupt – neben Dmitri Schostakowitschs »Suite für Jazzorchester Nr. 2«, die aber erstens viel weniger jazzig ist als Gershwins Stück und zweitens eigentlich den Namen Suite für Varieté-Orchester (1938) trägt. Grund genug für einen relativ epischen Interpretationsvergleich.
Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.
Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv
VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.
