Vor 115 Jahren wurde die Oper Salome von Richard Strauss uraufgeführt. Arno Lücker hat eine Salome-Sängerin, einen Dirigenten, eine Regisseurin und einen Bühnen- und Kostümbildner gefragt, was an Salome eigentlich so gut ist, um was es in dem Stück eigentlich geht und was sie bei der nächsten Beteiligung an einer Salome-Produktion anders machen würden.
Salome scheint die perfekte Oper zu sein: Libretto nach Oscar Wilde (Übersetzung: Hedwig Lachmann, Einrichtung vom Komponisten), 100 Minuten Länge. Und: Keine langwierige Ouvertüre muss die Zuschauer:innen erst einmal »aufwecken«. Dementsprechend muss sich kein müdes und möglicherweise unmotiviertes Orchester bemühen, das Vorspiel passiv-aggressiv in den Sand zu setzen. Nein. Der Vorhang geht auf; und nach gut zwei Takten singt der junge syrische Hauptmann Narraboth (Tenor): »Wie schön ist die Prinzessin Salome heute Nacht!«

