Musik und Bild, Optik und Akustik gehörten immer zusammen. Lange war es völlig überflüssig, Klänge sichtbar zu machen – sie waren es schon. Musik entstand vor den Augen der Zuhörer. Schweißgetränkte Trommler, selbstvergessene Geiger, vielleicht Tanz, später die Oper: Das war Bild genug zum Ton. Wenn Urzeitmenschen Musikanten an Höhlenwände malten oder Adolph von Menzel Friedrich II. beim Flötenkonzert in Sanssouci auf Leinwand bannte, ging es nicht um die Umsetzung von Klang in Bild, sondern um das Verewigen des Moments, des Rituals. Im 18. Jahrhundert entstanden Ideen von einer auf Musik basierenden Malerei. Schopenhauer schrieb: »Wie die Musik zu werden, ist Ziel jeder Kunst«. Aber erst als die Malerei konsequent nicht mehr nur sichtbare Realität abbildete, sich ihren Stoff auch in Emotionen, Eindrücken und Stimmungen suchte, wurde die Musik selbst zum Motiv. Wir haben einige Meilensteine der Musikvisualisierung zu einer völlig subjektiven Liste zusammengestellt.
Das Ziel jeder Kunst

