Charlotte Brandi, Sängerin und Songschreiberin der Band Me and My Drummer, Klassikfan, traf ihn am Rande seines Konzerts im Berghain, Berlin, wo er neues Material aus seinem in Entstehung befindlichen Album vorstellte und das stargaze-Kollektiv begleitete, das nach eigener Aussage, »dieser Haufen von Leuten ist, die in klassischer und zeitgenössischer Musik geübt sind, aber Tag für Tag mehr davon inspiriert sind, was gerade in Pop/Folk/Electronica los ist und anderen, unbenannten Genres, um diese Grenzen herum.« Das Berghain war voll, und die Zuschauer/innen haben gebannt gelauscht. Fast aber hätte das Interview mit Owen nicht stattgefunden, weil dem der Synthesizer kaputt gegangen war, und er ihn reparieren wollte, da am darauffolgenden Tag eine weitere Show anstand.

Das Stargaze-Kollektive beim Pop-Kultur-Festival im Berghain • Foto Roland Owsnitzki
Das Stargaze-Kollektive beim Pop-Kultur-Festival im Berghain • Foto Roland Owsnitzki

VAN: Wie ist deine Wahrnehmung der klassischen Musikszene heute? Welche Orte hast du erkundet und welche Unterschiede siehst du?

Owen Pallett: Ehrlich gesagt, habe ich keine genaue Vorstellung von der deutschen Klassikszene. Ich kenne die aus London, Los Angeles, New York und Toronto. Meine zentrale Erfahrung dort ist immer wieder der dogmatische Geist der Beteiligten, die anscheinend genau wissen, was Musik ist und für wen sie gemacht wird.


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