Stellen Sie sich vor, Sie werden gemolken. Sie stehen neben anderen Männern angekettet wie Milchvieh, Sie haben keine Wahl, es geht um Ihr Sperma.

Was klingt wie eine Pornokategorie aus Deutschland ist eine Szene aus der Welt von Magna Mater, einer Operetten-Neudichtung des Ensembles tutti d*amore. Im Kosmos der Magna Mater gilt schon seit Jahrhunderten das Matriarchat, Männer werden unterdrückt. Lediglich zur Fortpflanzung braucht man sie noch – aber nicht mehr lange, hoffentlich, die Wissenschaft ist dran. Ein Sprecher der ›Männlein‹ ruft einen Melkstreik aus. Zunächst lachen die Magnae Matres, die privilegierten Frauen in Zylindern, ihn aus – dann schlagen sie ihn zusammen. Wer sich für einen Moment das puschlig-collagierte Szenenbild wegdenkt (Bühne/Kostüme: Tatjana Reeh, Sung-A Kim), fühlt sich an die Beklommenheit und Brutalität von Filmen wie Clockwork Orange erinnert. Magna Mater (Große Mutter) ist Name und Credo dieser Mehrheitsgesellschaft. Sie ist eine Konterphantasie zur Herrschaft des Patriarchats.


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