Text · Titelbild © Ajepbah / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0 DE)

Es beginnt, natürlich, mit Preußens Gloria. Das Stabsmusikkorps probt den berühmtesten aller deutschen Märsche an einem regnerischen Novembermorgen auf einem Kasernenhof im Berliner Wedding. Es klingt gemessen majestätisch. Tags zuvor hatten die Musiker ein Konzert im Berliner Dom, die Nacht war kurz. Dennoch hat der Dirigent des Korps, Oberstleutnant Kiauka, seine Musiker in der Julius-Leber-Kaserne versammelt. In einigen Tagen fahren sie mit einem Showprogramm nach Tokio; es muss geprobt werden. Während sie flöten und trommeln, müssen die Musiker komplizierte Schrittmuster abschreiten – eines soll den Bundesadler nachahmen, der mit den Flügeln schlägt. Nach einem guten Durchlauf ist der Chef zufrieden und schickt die Musiker in die Pause. Sie spielen bei Wind und Wetter, wenn die Kanzlerin Staatsgäste empfängt oder ein Minister beim Großen Zapfenstreich verabschiedet wird. In seinem Büro entledigt sich Kiauka seiner metallbeschlagenen Stiefel – die Absätze müssen klacken, wenn das Korps marschiert.


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... arbeitet als Redakteurin bei der Religionsbeilage der ZEIT, Christ & Welt. Ausgebildet wurde sie an der Henri-Nannen-Schule. Falls es mit dem Geigenspiel nicht klappt, möchte sie auf Oboe umsteigen.