Die Leonskaja hält sich nicht mit Höflichkeiten auf. Sie setzt sich ans Instrument und spielt. Bei der Schubertiade ist sie seit 1985 regelmäßig zu Gast. Nach ihrem Klavierabend am letzten Sonntag im Zweitausendseelendorf Schwarzenberg im österreichischen Vorarlberg, siebenhundert Meter über dem Meeresspiegel, nachdem sie ihre russisch durchtrainierte Pranke mit dem Wiener Schmäh zu jener ihr eigenen, einzigartigen Gemütsgemengelage vereint hatte, die den Brüchen der wilden frühen Schubertsonate H-Dur D 575 genauso souverän gewachsen ist wie den vier späten Impromptus D 935 und der heiligen Beethovengedächtnis-Sonata A-Dur D 959, da will das Publikum sie nicht mehr gehen lassen. 


Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.

Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv

VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.


Sie haben schon ein Abo?

… lernte Geige und Klavier, studierte Musik-, Literatur- und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin, promovierte über frühe Beethoven-Rezeption. Von 1994 bis 1997 Musikredakteurin der Zeit, von 1997 bis 2018 bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seither wieder freelance unterwegs. Seit 2011 ist Büning Vorsitzende der Jury des Preises der deutschen Schallplattenkritik.