Ein Sanierungsstopp für die Komische Oper: An die Öffentlichkeit kamen die Gedankenspiele des Berliner Senats durch eine Reporterin der Bild-Zeitung. Sie hörte offenbar in der Kantine des Berliner Abgeordnetenhauses Gespräche mit. Wenige Tage später meldeten sich maßgebliche Künstler der Komischen Oper wie Barrie Kosky und Dagmar Manzel entrüstet zu Wort, auch im Feuilleton wurde vielfach kommentiert. Das Intendanten-Duo verbrachte seinen Sommer am Telefon, um dem politischen Berlin die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens klarzumachen. Der Kultursenator habe sich, so berichtete Intendantin Susanne Moser Mitte Juli, für den Weiterbestand der Komischen Oper als Institution ausgesprochen, aber gleichzeitig auch bestätigt, dass eine Debatte um den Sanierungsstopp des denkmalgeschützten Stammhauses in der Behrenstraße geführt werde.
Wir treten einen Schritt zurück. Mit Sarah Zalfen, die zu Opernkrisen Ende des 20. Jahrhunderts promovierte und heute als Referatsleiterin im Ministerium für Forschung, Wissenschaft und Kultur des Landes Brandenburg und als kommunale Kulturpolitikerin in der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung tätig ist, blicken wir auf die Frage, warum gerade um die Berliner Opern immer wieder so erbittert gestritten wird.
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