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Wenn ein Opernregisseur heute nackte Menschen zum Altar schickt – sagen wir mal als FKK-Prozession zum »Te Deum« in Puccinis Tosca – oder wenn er sich, vielleicht im Cameo-Auftritt der Hochzeitsszene einer Mozart-Oper, sogar selbst bis auf die Haut auszieht, dann juckt das niemanden mehr. Wenn’s gut geht und der Regisseur gewöhnliche Schock-Klischees meidet, bekommt er vielleicht sogar etwas Aufmerksamkeit. Wenn’s schiefgeht, sind die Menschen gelangweilt. Ist er äußerst brutal, schreiben wenigstens die Zeitungen darüber. Immerhin: Es ist völlig normal heute, dass sich Regisseure in der Oper exhibieren.
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