1. Martin Luther, Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort

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Was steht am Anfang einer Reformationsjubiläums-Playlist? Natürlich Martin Luther, der Reformator. Als Dichter und als Kompositeur der Melodie. Aber diesmal nicht mit dem Lied, das alle kennen, also nicht Eine feste Burg ist unser Gott, sondern Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Die Melodie: archaisch anmutend, fahl im Aufzug, tiefgründig im Abgang – großartig.

Aber der Text! Ursprünglich hieß die erste Strophe so: »Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, / und steur’ des Papsts und Türken Mord, / Die Jesum Christum, deinen Sohn, / stürzen wollen von seinem Thron.« Erschienen 1541 als »Ein Kinderlied, zu singen wider die zween Ertzfeinde Christi und seiner heiligen Kirchen, den Bapst und Türcken«. Ich mochte das Lied schon als Kind sehr, auch wenn es nur selten im Gottesdienst gesungen wurde und ich kannte es natürlich nur mit der »neutralen« Zeile: »… und steure deiner Feinde Mord«, der sich in dieser Aufnahme auch das fabelhafte Athesinus Consort in dem Satz von Bachs Kantorenfreund Johann Walter befleißigt.


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... geboren 1966, ist evangelischer Theologe und Journalist. Seit 2014 ist er Chefredakteur des Monatsmagazins zeitzeichen – Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft in Berlin. www.zeitzeichen.net