Der Preis ist heiß

Die Gewinner:innen des Opus Klassik 2025 stehen fest. Noch erwartbarer als die Preisträger ist jedes Jahr, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk in die Werbeveranstaltung der Major Labels einsteigt. Die dpa-Meldung, dass Joana Mallwitz (Deutsche Grammophon) beim »renommierten Musikpreis« (rbb) als »Dirigentin des Jahres« ausgezeichnet wird, tickerte ungefiltert durch die ARD-Kulturradios. Richtig doll wird es dann im Oktober, wenn bei der im ZDF gesendeten Preisverleihung die Preisträger auf der Bühne stehen, bei denen die Quote stimmt, wie ZDF-Redaktionsleiter Tobias Feilen letztes Jahr im Interview erklärte. Zufälligerweise kommen die meist von den drei Major Labels, die auch in der Opus-Jury sitzen. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen fungiert in der klassischen Musik schließlich schon länger als verlängerte Werkbank für die PR-Abteilungen der Major Labels.


Tabuthema »Mentale Gesundheit«

Nach etwas mehr als einem Jahr verlässt Ben Glassberg seinen Posten als Musikdirektor der Wiener Volksoper. »Ich habe mich sehr bemüht, gegenüber meinen Kolleg:innen und Freund:innen offen mit meinen aktuellen psychischen Herausforderungen umzugehen. Zum Glück mache ich große Fortschritte und fühle mich mit jedem Tag stärker. So schwer mir der Abschied von der Volksoper auch fällt – ich hoffe, dass er meine Genesung weiter voranbringen wird«, schreibt der Dirigent auf Instagram. Glassberg hatte im Frühjahr öffentlich gemacht, an Depression erkrankt zu sein. Das Themenfeld »Mentale Gesundheit« wurde in der klassischen Musik – trotz oder wegen seiner offenkundigen Relevanz – lange tabuisiert. Erst in den letzten Jahren wächst das Bewusstsein – auch dank mutiger Stimmen wie Glassberg. Wir widmen dem Thema ein Dossier.


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