Warum klingt ein Orchester, wie es klingt? Zum Beispiel: der transparente, heimatlos-europäische Sound des Mahler Chamber Orchestra. Im April 2015 machte sich Janina Rinck in VAN mit einem Bericht aus dem Inneren des Mahler Chamber Orchestra an die Beantwortung dieser Frage. Schon lange halten sie beim MCO den eigenen Ansatz und den daraus entstehenden Sound nicht für einen glücklichen Zufall. Nein, es gibt hier etwas ganz Spezielles, das man systematisch weitergeben will. Und das System heißt ›MCO Academy‹. Es ist für ausgewählte junge Musikstudent/innen aus Europa ein Baukasten aus Mentoring – jede/r Akademist/in hat sein ihn betreuendes Orchestermitglied –, internationalem Austausch und dem Orchesterprojekt. Letzteres fand heuer in Dortmund statt: Student/innen und gestandene Musiker/innen arbeiteten gemeinsam an einer Rhein-Ruhr-Tournee (Essen, Dortmund, Köln) mit Mahlers 2. Sinfonie unter der Leitung von Daniel Harding. Sie tauschten sich in Workshops aus, sprachen über Karriereplanung und diesen besonderen chamber music approach aus Kollaboration, Eigenverantwortung und Gleichberechtigung, der den Klang des MCO prägt. Bereits bei Janina wurde deutlich, dass die Musiker/innen des MCO meistens ausgesprochen gerne von ihren ›regulären‹ Engagements beim MCO zusammenkommen. Tobias Ruderer war in Köln, hat fünf junge Akademisten getroffen und festgestellt: für die ist es der reinste Rausch.
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