Ich treffe Leif Ove Andsnes im Dirigentenzimmer der Grieghalle. Andsnes wurde auf Karmøy geboren, einer Insel an der Westküste Norwegens zwischen Stavanger und Haugesund. Mit 16 kam er nach Bergen, um am Musikkonservatorium bei Jiří Hlinka zu studieren. Er wohnt nach wie vor in der Stadt (aus logistischen Gründen hat er auch noch eine Wohnung in Kopenhagen), seine Frau ist Hornistin im Bergen Filharmoniske Orkester. Früher hat er bis zu 110 Konzerte im Jahr gespielt und war 240 Tage unterwegs, erzählt er im Gespräch. Als im Juni 2010 sein erstes Kind zur Welt kam (im Mai 2013 folgten Zwillinge) hat er sein Pensum umgestellt: Er wollte nicht zu jemandem werden, »für den on-the-road zu einer Obsession wird, und der nicht mehr zu Hause sein kann.« Heute folgt er bestimmten Regeln: etwa 70 Konzerte im Jahr, nicht länger als ein halbes Jahr auf Tour, nie mehr als zwei Wochen am Stück, einen echten Sommerurlaub, eine Reduktion des Repertoires. »Ich glaube selbst Musiker, die keine Familie haben, sollten so planen, als hätten sie eine.«


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... ist Herausgeber von VAN. Er studierte Development Studies, Ethnologie und Asienwissenschaften in Berlin, Seoul, Edinburgh und an der London School of Economics und arbeitete im Anschluss zehn Jahre als Berater in Projekten der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. 2014 gründete er mit Ingmar Bornholz den VAN Verlag, wo er auch als Geschäftsführer fungiert. hartmut@van-verlag.com