Ein Interview mit dem Berliner Kultursenator Klaus Lederer.
Seit sieben Monaten ist Klaus Lederer Kultursenator in Berlin und einer von drei Senatoren der Linkspartei in der rot-rot-grünen Landesregierung. Große öffentliche Erregung erzeugten in dieser Zeit bisher die Themen, deren ikonischer Stoff und symbolische Aufladung Wasser auf die Mühlen der Aufmerksamkeitsökonomie sind: Einheitswippe, das Kreuz auf dem wieder aufgebauten Stadtschloss, der Umbau der Volksbühne und der Umgang mit dem Ende einer Ära (Castorf). Dabei sind es eigentlich andere Themen, die Lederer in den Blick nehmen will: die Bewahrung künstlerischer (Frei-)Räume vor Verwertungsdruck und Verdrängung, eine breitere Teilhabe der Stadtgesellschaft an den Kulturangeboten der Stadt, die Stärkung der Basiskultur und die Verringerung prekärer Beschäftigungsverhältnisse in der Kunst. Das sind allesamt Themen, die auch die Musikkultur der Stadt und insbesondere deren freie Szene umtreiben. Wir trafen den promovierten Juristen und (ehemaligen) Tenor der A-Capella-Band Rostkehlchen an einem frühen Montagmorgen in seinem Büro in der Brunnenstraße in Berlin-Mitte und sprachen mit ihm über seine Ideen und Perspektiven für die klassische Musikkultur der Stadt.

