Scharen von Menschen drängen an diesem 29. Mai 1969 ins Moskauer Konservatorium. Viele von ihnen warten schon seit den frühen Morgenstunden. Die eilig herbeigerufenen Milizen errichten Barrikaden, um sie zurückzuhalten, erste Türscheiben sind schon zu Bruch gegangen. »Symphonisches Orchester West-Berlin« steht auf den wenigen Plakaten, die in der Stadt hängen, den richtigen Namen des Orchesters abzudrucken, weigert man sich. Der Name des Dirigenten: Herbert von Karajan. Es ist das erste Gastspiel der Berliner Philharmoniker auf russischem Boden. Neun Monate nach der Niederschlagung des Prager Frühlings. Acht Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer. Es ist die Hochzeit des Kalten Krieges, das Konzert ist ein Politikum.


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… studierte Musikwissenschaft, Germanistik und französische Romanistik in Köln und Paris. Seine Promotion schrieb er 2014 an der TU Dortmund, mit einer Arbeit über den Dirigenten und Komponisten Oskar Fried. Derzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Musik und Musikwissenschaft der TU Dortmund und leitet ein Forschungsprojekt über »Musik gegen Antisemitismus - zur Rolle der Musik bei Gedenkveranstaltungen«. 2025 veröffentlichte er eine Ausstellung zu Schostakowitschs...