Die Entdeckung verschollener Werke berühmter Komponisten stellt man sich romantisch vor: Da findet jemand auf einem Dachboden oder in einer vernachlässigten alten Bibliothek eine staubige Kiste und darin eine vergessene Partitur, datiert und signiert mit dem Namen eines der Großmeister der Musikgeschichte. Und die daraufhin rekonstruierte Geschichte, wie diese Partitur auf dem Dachboden oder in dieser Bibliothek landete, liest sich wie ein Roman.

So einfach war es nicht im Falle der beiden Orgelkompositionen des 18-jährigen Johann Sebastian Bach, die nun im Rahmen eines staatstragenden Festakts in der Leipziger Thomaskirche präsentiert wurden. Vorab war geheimniskrämerisch kein Detail an die Öffentlichkeit gelangt, um welche Art von Fund es sich handeln könnte, allein die Thomaskirche als Ort der Präsentation und die Anwesenheit des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer ließ Großes vermuten. Womöglich wurde ein geistliches Werk entdeckt, vielleicht gar eine vollständige Kantate?


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… studierte Gesang und Klavier, Germanistik und Philosophie. Sie arbeitete u.a. als Sängerin und Pianistin, Dramaturgin, Regieassistentin und Pressesprecherin. Seit 2003 freie Journalistin und Autorin.