Dass Ulm neben dem höchsten Kirchturm der Welt (und Albert Einsteins Wiege) auch das älteste Stadttheater Deutschlands beherbergt, mag man kaum glauben, wenn man vor dem weißverkleideten 60er Jahre-Betonklotz am Herbert von Karajan Platz Nummer eins steht. Etwas Raumschiffartiges strahlt dieses Gebäude aus, würde einen da nicht der runde Spatz von der Dachrinne aus anstarren. Und natürlich der illustre Adressen-Name, der auf eine große Tradition ehrwürdiger Dirigenten schließen lässt, die lange vor diesem Bau wirkten.

Doch zurück zum Vogel: Der Ulmer Spatz, das Wahrzeichen der Stadt, soll der Legende nach beim Bau des Münsters geholfen haben. Verzweifelten Arbeitern, die mit einem besonders langen Balken quer im Stadttor hängen geblieben waren, habe er mit einem längs im Schnabel getragenen Stückchen Holz gezeigt, wie ein großes Problem durch schlichte Umkehrung zu lösen ist. Ebenso wie der berühmte Sakralbau, der nur durch die Tatkraft Ulmer Bürger ermöglicht wurde, geht auch die Gründung des Theaters auf die Initiative wohlhabender Kaufleute zurück.


Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.

Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv

VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.


Sie haben schon ein Abo?