VAN Playlist Graham F. Valentine
»Deine Stimme … sie zieht das kundigste Publikum an.« Im Farinelli, einem Film von 1994, schaut der Schauspieler Graham F. Valentine auf einen knieenden Kastraten herunter, heuchelt Lob in einem trockenen, fast tonlosen Adelsfranzösisch. Seine reguläre Sprechstimme ist ein Bass-Bariton mit leichtem schottischen Akzent; er kann aber auch in einer scharfen Kopfstimme singen. Graham F. Valentine überschreitet die Grenze zwischen Schauspiel und Sprache auf der einen, Musik auf der anderen Seite nicht nur in den Produktionen mit Christoph Marthaler sondern auch als Sprecher für Ensembles (Ensemble intercontemporain, Klangforum Wien, Scottish Opera, dem Freiburger Barockorchester, Hebrides Ensemble), oder beim Eröffnungskonzert des diesjährigen Berliner Musikfests in Wolfgang Rihms Tutuguri. Seine Playlist für VAN beschwört Stimmen, oft genug solche, die gar nicht zu hören sind, weil sie schon vor langer Zeit verklangen. Aber sie haben immer noch was zu erzählen, so wurden sie Musik.

